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Trink-Fahr-Versuch von ADAC und Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS)

Pressemitteilung   •   Apr 26, 2016 13:00 CEST

Trinken und Fahren passen nicht zusammen. Das zeigen die 3.272 Alkoholunfälle in Niedersachsen im Jahr 2015. Und nicht nur die Gesundheit ist in Gefahr, auch der Führerschein ist schnell weg, wenn Autofahrer mit Alkohol am Steuer erwischt werden – und das nicht erst ab 0,5 Promille, sondern bei alkoholtypischen Fahrfehlern schon ab einem Promillewert von 0,3. Trotzdem haben Aufrufe und Appelle, nur nüchtern zu fahren, oft nicht die gewünschte Wirkung auf die Autofahrer – anders ist es mit praktischen Erfahrungen, die eine nachhaltige Wirkung haben. Darum hat der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt ein spezielles Fahrtraining entwickelt, bei dem die Teilnehmer im wahrsten Sinne des Wortes „erfahren“, welchen Einfluss Alkohol auf ihr Verhalten im Straßenverkehr und auf das Beherrschen ihres Fahrzeuges hat.

Einen solchen rund achtstündigen Trink-Fahr-Versuch hat der ADAC jetzt gemeinsam mit dem Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS) im Fahrsicherheitszentrum Hannover-Messe durchgeführt. Bei der Auftaktveranstaltung haben zehn Referendare der Staatsanwaltschaften Hannover und Hildesheim das spezielle Fahrtraining absolviert und damit wichtige Erfahrungen gesammelt, die ihnen für ihre spätere Beratung und Urteilsfindung zum Thema Alkohol im Straßenverkehr von Nutzen sein werden.

Der Tag begann mit einigen Grundübungen aus dem ADAC-Sicherheitstraining sowie einem Parcours mit Reaktionstest im nüchternen Zustand. Anschließend tranken die Teilnehmer sich unter Beobachtung an einen Atemalkoholwert von etwa 0,5 Promille heran und fuhren den Parcours noch einmal – zur Sicherheit mit einem Trainer als Beifahrer. Dabei traten teilweise Konzentrations- und Koordinationsschwierigkeiten auf. Die Teilnehmer konnten Hindernisse nur mit Mühe oder gar nicht umfahren und reagierten auf das ausbrechende Fahrzeug falsch – nachhaltige Eindrücke, die sich wohl bei allen auf das künftige Verhalten auswirken werden.

Der ADAC führt diese Praxistests vor allem mit jungen Erwachsenen durch. Nach wie vor ist die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen viel zu häufig in Unfälle verwickelt und nicht selten sind dabei Alkohol oder Drogen im Spiel. Der Automobilclub verspricht sich von diesem Programm, dass sich die Erkenntnisse nicht nur beim Teilnehmerkreis einprägen, sondern darüber hinaus auch an andere junge Autofahrer weitergegeben werden.

Der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr wurde 1950 gegründet. Nach der Satzung des gemeinnützigen Vereins gehören zu seinen Aufgaben unter anderem die Aufklärung über die Gefährlichkeit von Alkohol und Drogen und die Förderung der Forschung auf diesem Gebiet. Der Schwerpunkt seiner Erziehungs- und Aufklärungsarbeit wird von 21 Landessektionen getragen. Internationale Akzeptanz findet unsere renommierte wissenschaftliche Publikation BLUTALKOHOL. Jährlich verleihen wir an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für ihr Engagement um mehr Sicherheit auf unseren Straßen die Senator-Lothar-Danner-Medaille in Gold. Der B.A.D.S.  finanziert seine Arbeit hauptsächlich aus den von Staatsanwaltschaften und Gerichten zufließenden Geldbußen, aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen.

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